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Geschichte

Refugees Welcome - WIR sind Hamburg - Flüchtlingshilfe Hamburg

Die Geschichte zum Teemobil

 

Sami suchte Ende September 2015 die zentrale Erstaufnahme in Hamburg Harburg auf um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Bis dahin war er täglich im Versorgungszelt des Hamburger Hauptbahnhofs beschäftigt. Er fasste den Entschluss vor Ort mit heißem Tee aktiv zu werden.

Zu der Zeit kamen täglich um die 1500 Flüchtlinge in Hamburg an, von denen ca. 1000 weiter nach Skandinavien  und ca. 500 in Hamburg bleiben wollten. Alle mussten somit nach Harburg um sich dort zu registrieren. Die Zustände vor Ort waren bedrückend. Die Menschen mussten bis tief in die Nacht mit Kindern vor Ort warten, bis sie von einem Bus in eine Notunterkunft gebracht wurden.

 

   

 

Vor Ort gab es keinerlei Helfer! Weder Übersetzer, noch Unterstützer, die den Menschen vor Ort etwas zu essen oder trinken anboten. Es gab vereinzelte Helfer, die mit einigen Thermoskannen vor Ort waren, jedoch reichte das nicht für diese Menschenmasse aus. Da es zu der Zeit sehr kalt war, entstand die Idee, allen Flüchtlingen heißen Tee mit Keksen anzubieten.

Da Sami auch im Vorstand der Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR ist, fragte er im Hamburger Vorstand nach, ob er sich einen der beiden 30L Einkochautomaten ausleihen dürfe, damit er damit den Menschen vor Ort in Harburg Tee anbieten könne. Der Vorstand stimmte dem sofort zu und sprach sogar mit den lokalen Mitgliedern der Gemeinde in Harburg & Heimfeld, um das Projekt zu unterstützen. Die Gemeinde nutzt einige dieser großen Teekocher für ihre 2500 Gemeindemitglieder in der Moschee für Großveranstaltungen. Vor Ort in Harburg bekamen wir Unterstützung von Sami’s Cousin, der in der Nöldekestr. 2 mit seinem Pizzaservice „Sofia“ den Kocher aufbewahrte und abends den Tee bereit stellte.

 

  

 

Die Aktion wurde von Sami auf Facebook in der Gruppe Harburger helfen geflüchteten Menschen angekündigt und alle wurden herzlich dazu eingeladen, abends beim Teeausschank zu unterstützen. Gleich ab dem ersten Tag kamen Helfer dazu und brachten Kekse, Schokolade und Obst mit. Sofia Pizza wurde somit zur Spendenannahmestelle ernannt, bei dem Helfer tagsüber Spenden in Form von Schwarztee, Zucker, Pappbecher, Kekse, Schokolade und Obst abgeben konnten.

Seit dem Tage begann die tägliche Teeversorgung an der zentralen Erstaufnahme in Harburg. Jeden Abend wurde bei Sofia gegen 19:30 Uhr der Tee vorbereitet, so dass wir um 20 Uhr vor Ort ausschenken konnten. Die Flüchtlinge nahmen das Angebot sehr gern wahr und genossen den heißen Tee in der Kälte. Die Leitung teilte eine Erlaubnis des Teeausschankes im Parkhaus aus. Es war nicht möglich in die Räume zu gelangen um von dort aus zu verteilen.

 

 

 

Nachdem der Teeausschank in Harburg gut ankam, kam die Idee das Angebot weiter auszubauen und weitere Notunterkünfte in Hamburg mit Tee zu versorgen. Hierbei wurde bewusst der Standort in Eidelstedt (ehm. Praktiker Baumarkt) gewählt, weil die Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat in der unmittelbaren Umgebung ist und viele Gemeindemitglieder in dem Stadtteil wohnen. Sami übergab die Koordination des Standortes in Harburg an die Harburger Gemeindemitglieder ab und baute mit den Eidelstedter Gemeindemitglieder den Standort am Hörgensweg auf. Da es jedoch auch in Eidelstedt nicht erlaubt war in die Halle zu kommen um dort Tee auszuschenken, musste es ähnlich wie in Harburg vor den Toren der Unterkunft angeboten werden. Hierfür haben wir uns den Transporter der Ahmadiyya Muslim Jamaat ausleihen dürfen, der als Lager und Teeausschank-Fahrzeug diente. Das ganze lief ca. 3 Monate so, ob bei Regen, Schnee oder Wind! Wir waren täglich vor Ort.

 

 

Anfang November fassten wir dann den Entschluss, die Versorgung auch in der Notunterkunft in Eimsbüttel anzubieten. Auch hier haben wir viele Gemeindemitglieder aktivieren können, mit denen wir vor Ort täglich eine Teeversorgung aufgebaut haben. Hinzu kamen die vielen vielen freiwilligen Helfer, die uns jeden Abend Spenden vorbeibrachten. Es kamen täglich Spenden in Form von Zucker, Kekse, Schokolade, Obst, Schwarztee, Pappbecher oder Rührstäbchen bei uns an.

Die Johanniter als Unterkunftsbetreiber haben es uns sehr einfach gemacht und haben uns mit offenen Armen empfangen.

 

 

 

Wir brauchten nun ein eigenes Fahrzeug, womit wir weitere Standorte anfahren konnten und eine mobile Teestation aufbauen konnten. Die Marketing-Abteilung der Kleiderkammer Messehallen hat einen Artikel für uns verfasst, der ausschlaggebend für das Teemobil.  Das ist der Post von Anja Stagge in der Gruppe Kleiderkammer Messehallen:

Was ist ein Highlight? Etwas worauf man sich den ganzen Tag freut? Etwas, woran man vielleicht schon morgens beim Aufstehen denkt?

Für einige Menschen in den Zentralen Erstaufnahmen ist das Sami Khokhar, der seit einiger Zeit jeden Abend mit einem kleinen Bus zu Erstaufnahmeeinrichtungen in Hamburg fährt und dort heißen Tee, Kakao, Kekse und Obst verteilt.

Tee hört sich erst einmal ziemlich unspektakulär an. Im arabischen Kulturkreis ist Tee aber das bedeutendste Alltagsgetränk überhaupt. Tee ist das Symbol der Gastfreundschaft. Tee ist Wärme. Tee ist Herzlichkeit. Jeder, der ein Haus betritt, bekommt mit dem Tee auch die Freundschaft seines Gastgebers geschenkt.

Angefangen damit Tee auszuschenken, hat Sami am Hauptbahnhof. Als zunehmend mehr Menschen in die Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen in die Hamburger Randbezirke verteilt wurden, hat er den Tee einfach eingepackt und ist zu Ihnen gefahren.

Inzwischen sind er und seine Freunde täglich in Harburg, Eidelstedt und Eimsbüttel.

Jeden Abend versorgen er und seine Freunde zwischen 200 – 300 Menschen. Tee, Kakao, Kekse und Obst – für viele Menschen in den Einrichtungen das Highlight des Tages. Sie freuen sich. Sie warten auf ihn. Jeden Tag.

Ich habe es gestern miterlebt. Noch bevor der kleine Transporter dort war, finden sich die Menschen vor der Einrichtung ein und stürmen ihm dann freundlich entgegen, helfen beim Aufbau der Tische, beim Verlegen der Stromkabel und beim Aufstellen der großen Teetöpfe. Kinder und Erwachsenen versammeln sich und lassen gemeinsam, bei einem Becher Tee, den Tag ausklingen, lernen sich kennen, kommen miteinander ins Gespräch und tauschen sich aus. Da kann es auch schnell passieren, dass man auf einmal ein kleines Kind auf dem Arm hält, während die Mutter einen kurzen Plausch mit jemand anderem hält. Nur keine Berührungsängste kann ich da nur sagen.

Vielleicht hat jemand von Euch Lust, Sami bei seinem Projekt zu unterstützen. Ihr trefft das ihn und seine Freunde in Harburg, in Eidelstedt und in Eimsbüttel.

Dort finden sich jeden Abend auch Anwohner ein, die ihn mit Tee, Milch, Zucker, Keksen und Pappbechern unterstützen.

Hier einfach mal eine Auflistung, was Sami pro Tag und pro Standort benötigt:
– 4 – 6 Helfer
– 4 Päckchen (Schwarz-)Tee
– 4 kg Zucker (Der Tee schmeckt erst richtig gut, wenn er richtig süß ist.)
– 20 -25 l Milch
– 1 Packung Kakao
– Kekse
– Bananen, Äpfel, Pflaumen
– Hartgekochte Eier, Salz
– 300 Pappbecher

Das sind pro Abend/ Standort ca. 30,00 Euro. Momentan wird Sami u.a. vom Hauptbahnhof, der Kleiderkammer, der Ahmadiyya Gemeinde und Anwohnern unterstützt. Es kommen regelmäßig 4-6 Helfer und bringen Tee, Obst, Kekse und Milch vorbei oder helfen, den Tee zu verteilen.

Es wäre klasse, wenn sich weitere Leute finden, die ihn an den unterschiedlichen Standorten unterstützen könnten.

Doch neben den Lebensmitteln gibt es noch etwas, was es Sami ein wenig einfacher machen würde, so viele Menschen regelmäßig mit Tee zu versorgen.

Das Tee-Mobil.

Bisher wird die Teeküche aus den Kofferräumen der eigenen Autos heraus organisiert. Das funktioniert für den Moment, sollte aber keine Dauerlösung sein.

Gebraucht wird ein Transporter, der dauerhaft zu einem Tee-Mobil umgebaut wird. Mit einem Teekocher und Stauraum für Vorräte, mit einem Klapptisch und vielleicht einer Sitzfläche.

Dafür werden bereits Spenden gesammelt.
Bitte unterstützt Sami und spendet für das Tee-Mobil.
Spendet jeden noch so kleinen Beitrag, jeder Euro zählt und hilft.

https://www.paypal.me/SamiKhokhar